Archiv der Kategorie ‘Tabor‘

 
 

24/7

Seit gestern 2000 beten wir hier in Tabor wieder eine Woche lang rund um die Uhr für Tabor, für Marburg, für die Welt.
Wie so oft war das mit ziemlich viel Stress vorher verbunden, aber im Endeffekt hat Gott das doch irgendwie alles hinbekommen.
Ich hatte, z.B. eine sehr schöne Präsentation vorbereitet (naja, so schön Text halt sein kann :D ) und wollte diese dann “abspielen”. Das Problem war nur, dass der tolle Mini-DVI-Adapter von Björn wohl für ein MacBook-Air gebaut ist und in meinen Mini-DVI-Anschluss nicht reinpasst. Ich hatte das nie getestet und mir den Adapter auch nie genauer angeschaut, sondern mich gefreut, dass ich endlich auch einen habe, sodass ich gestern mit MacBook und Beamer, aber ohne Verbindung da stand…
Da wir aber alles Studenten sind, die mobil sein müssen, konnte ich mir noch schnell ein Notebook einer anderen Studentin ausleihen, die Präsentation ins ppt-Format konvertieren und dann doch noch zeigen. So waren wir genau auf die Minute zum Beginn des Eröffnungsgottesdienstes fertig.
Praise the Lord!!!

Der Gottesdienst war sehr cool: sehr talentierte Musiker und ein toller Worship; ziemlich geniales Pantomime-Stück, das eine Predigt an sich war; ansprechender Input, der mich direkt ins Thema beten hineinnahm.

Nach dem Gottesdienst wurde dann angefangen, in einstündigen Schichten zu beten. Dazu haben wir extra eine Liste, in die sich jeder eintragen kann, der auch einmal eine Stunde in diesem genialen Raum verbringen möchte.

Meine ersten drei Stunden habe ich schon hinter mir. Es war sehr schön, aber auch anstrengend.
Normalerweise ist man nicht so viel auf einmal in diesem Raum, aber ich bin heute der sogenannte “Springer”, der immer dann eine Schicht übernimmt, wenn sich dafür keiner eingetragen hat und heute stehen noch wenige Leute auf der Liste.

Ich hoffe, dass in dieser Gebetswoche Menschen verändert werden und wieder näher zu Gott kommen!

Kleiderordnung

In Tabor ist es üblich, dass bei bestimmten Anlässen ein gehobenerer Kleidungsstil an den Tag gelegt wird. Als einer, der gerne Anzug und Krawatte trägt ist es für mich der ideale Zeitpunkt endlich so rumzulaufen, wie es mir gefällt ohne, dass ich gleich als Streber oder Stock-im-Arsch-Typ bezeichnet werde.
Gerne fordere ich das auch von den anderen ein, da es sich ja auch so “gehört”, dass man sich schick anzieht.

Heute Abend war mal wieder so ein Anlass und es waren erheblich viele Menschen “gut gekleidet”. Eigentlich habe ich keinen gesehen, bei dem es nicht so war, außer… bei mir.
Ich hatte bis um 1800 gearbeitet, dann mit Bine telefoniert und bin von dem Telefonat direkt zu dem Familienabend (Ersties erzählen, wie sie nach Tabor kamen; ziemlich krasse Geschichten, die zeigen, wie Gott in den Leben der Menschen wirkt!).
Als ich in den Raum trat, wusste ich bescheid:
Ich hätte mich vorher umziehen sollen…
In dem ganzen Trubel hatte ich vergessen, mir ein Hemd und ein Jackett anzuziehen…
Zu allem Überfluss lobte unser Seminardirektor auch noch all jene, die sich schick gemacht hatten…

Der Abend war mir wieder einmal eine Lehre.
Nicht wegen der krassen Geschichten, die sicher die Mehrheit der Menschen berührt hat, sondern wegen meiner Einstellung gegenüber den anderen Menschen.
Normalerweise verurteile ich die, die so angezogen sind wie ich es heute war und unterstelle ihnen, dass sie es mit voller Absicht gemacht haben.
Seit heute Abend weiß ich, dass das nicht immer der Fall sein muss und dass es tatsächlich auch ziemlich “alltägliche” Gründe für so einen Kleidungsstil geben kann.
Ich hoffe, dass ich mir das merken kann und in Zukunft etwas gnädiger mit “Modesündern” umgehe, als ich das bisher getan habe.

Sonntag

Ich stöbere momentan ein bisschen in Barths “Einführung in die evangelische Theologie” und bin heute im Kapitel über das Gebet über ein interessantes Zitat gestolpert.
Bevor ich es zitiere sollte ich noch erwähnen, dass Barth in diesem Kapitel das Leben und Arbeiten eines Theologen mit einem Zimmer mit lauter Fenster vergleicht. Durch jedes Fenster kann jemand hineinschauen, aber die Menschen sehen nur was in dem Zimmer passiert, wenn der Theologe sein Oberlicht (Fenster nach oben) offen hat, also im Kontakt mit Gott steht (betet), da der Raum sonst dunkel wäre.

Ein zeitweiliges Stillstehen jenes Kreislaufs muss da ins Werk gesetzt, ein Sabbathtag muss da eingeschaltet und gefeiert werden - nicht um die Werktage abzuschaffen, nicht um sich ihrer Aufgaben zu entziehen, sondern um gerade den Werktagen das ihnen fehlende Oberlicht zu verschaffen.

Sehr schade, dass viele Christen heutzutage aus einer Anti-Gesetzlichkeit heraus (das Einhalten eines Sabbaths klingt für viele so, als würde man es nicht tun, weil man will, sondern weil man MUSS) den Sonntag nicht mehr als Sonntag sehen und sich damit der Chance berauben wieder mehr Licht in ihr Zimmer zu lassen.

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Schön wiederum ist, dass ab diesem Mittwoch wieder viele Leute bei uns eine Woche lang die Chance nutzen werden um im 24/7-Raum ihr Oberlicht wieder einmal ein bisschen mehr zu öffnen.

Brötchen

Nein, Brötchen kann ich noch nicht essen, aber sie, im übertragenen Sinne, in den Ofen schieben.

Ich habe ja vor einiger Zeit das Buch “Ich hörte auf die Stille” von Henry Nouwen gelesen, in dem er den Alltag seines Klosteraufenthaltes beschreibt.
Unter anderem musste er so gut wie jeden Tag an dem Brötchen-Fließband arbeiten und als Hochschulprofessor kam ihm diese Arbeit ziemlich stupide und ermüdend vor. Irgendwann beschließt er allerdings, dass diese Arbeit auch wichtig ist und schafft es, sie mit mehr Freude zu machen, wobei er sie trotzdem nicht immer toll findet.

Mir geht es mit den Vokabelkarten genau so. Ich komme mir total stupide vor, wenn ich andauernd diese Karten mit den komischen Schriftzeichen (Hebräisch) hin und her drehe und von einem Karteikastenfach in das nächste und im Notfall auch wieder zurück stecke…
Diese Art von Beschäftigung macht nicht nur keinen Spaß, sondern ich habe manchmal das Gefühl, dass es “unter meiner Würde” ist, so etwas zu machen.
Natürlich weiß ich, dass es nötig ist, aber Spaß macht es trotzdem nicht…

So muss ich nun eben, wie Nouwen, täglich meine Brötchen in den Ofen schieben, damit ich mich dann beim Übersetzen freuen kann, weil auch (im Gegensatz zu Griechisch) etwas sinnvolles rauskommt!

Bibelkritik und Bibeltreue

Heute haben wir in Hermeneutik bei Heinzpeter Hempelmann über die Begriffe Bibelkritik und Bibeltreue gesprochen.
Sehr spannend war dabei für mich, zu entdecken, dass ich zwar oft die Bibelkritiker für die “Bösen” halte, dass ich aber (unbewusst) oft mit ganz ähnlichen Ansätzen an die Bibel herangehe.
Außerdem war es auch sehr schön und erschreckend zugleich, zu entdecken mit welcher “Kritik” ICH an die Bibel herangehe.
Es wird noch lange dauern, bis ich auf diesem Gebiet eine zufriedenstellende Antwort habe, aber noch bin ich ja jung. ;)

Sex, Drugs & Death

Ich kann mich ihm und ihm nur anschließen.
Viel kann ich im Moment darüber nicht sagen, weil ich ziemlich sprachlos bin…

Koino

Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!

Die Bibel - 1. Korinther 14,26

Es ist interessant, was Gott aus so einem Motto für einen Abend alles macht.
Wir hatten heute in der Koino(nia-Gruppe) eine ganz andere Art von Gemeinschaft (was Koinonia übersetzt auch heißt). Wir waren krass offen, haben viel gebetet und ich habe einen Abend erlebt, wie schon lange nicht mehr.
Ich habe es schon bei Twitter geschrieben: ich glaube, Gott hat hier in Tabor echt viel mit uns vor und macht momentan sauviel, womit hier irgendwie keiner (nach meinem Empfinden zumindest) gerechnet hat!

Semestereröffnung

Die letzten zwei Tage war es also so weit, das neue Semester wurde mit allerhand Veranstaltungen eingeläutet.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich letztes Jahr Ersti war, aber ich habe das Gefühl, dass die Stimmung irgendwie anders ist, als noch vor einem Jahr. Irgendwie scheint es mir so, als würde sich hier in Tabor etwas bewegen.
Der geistliche Input gestern und der Gottesdienst heute waren sehr inspirierend und bewegend. Die vielen Berichte von Erlebnissen mit Gott im Sommer, die Motivierung fürs neue Semester, das Wiedersehen mit Freunden, die vielen Worte (auch von Dozenten), die deutlich machten, dass Lernen wichtig, aber nicht das Wichtigste ist, usw. hat sehr dazu beigetragen, dass ich mich jetzt richtig auf das neue Semester mit vielen neuen Fächern freue!
Außerdem ist ja eine neue Truppe (die neuen Erstis) eingetroffen und damit auch neue Tabor-Blogger (Raphael, Otti, Sammy und Tobi)! Irgendwie müssen die Verluste aus dem letzten Jahr ja wett gemacht werden. ;)