Monatsarchiv für September 2008

 
 

Kleiderordnung

In Tabor ist es üblich, dass bei bestimmten Anlässen ein gehobenerer Kleidungsstil an den Tag gelegt wird. Als einer, der gerne Anzug und Krawatte trägt ist es für mich der ideale Zeitpunkt endlich so rumzulaufen, wie es mir gefällt ohne, dass ich gleich als Streber oder Stock-im-Arsch-Typ bezeichnet werde.
Gerne fordere ich das auch von den anderen ein, da es sich ja auch so “gehört”, dass man sich schick anzieht.

Heute Abend war mal wieder so ein Anlass und es waren erheblich viele Menschen “gut gekleidet”. Eigentlich habe ich keinen gesehen, bei dem es nicht so war, außer… bei mir.
Ich hatte bis um 1800 gearbeitet, dann mit Bine telefoniert und bin von dem Telefonat direkt zu dem Familienabend (Ersties erzählen, wie sie nach Tabor kamen; ziemlich krasse Geschichten, die zeigen, wie Gott in den Leben der Menschen wirkt!).
Als ich in den Raum trat, wusste ich bescheid:
Ich hätte mich vorher umziehen sollen…
In dem ganzen Trubel hatte ich vergessen, mir ein Hemd und ein Jackett anzuziehen…
Zu allem Überfluss lobte unser Seminardirektor auch noch all jene, die sich schick gemacht hatten…

Der Abend war mir wieder einmal eine Lehre.
Nicht wegen der krassen Geschichten, die sicher die Mehrheit der Menschen berührt hat, sondern wegen meiner Einstellung gegenüber den anderen Menschen.
Normalerweise verurteile ich die, die so angezogen sind wie ich es heute war und unterstelle ihnen, dass sie es mit voller Absicht gemacht haben.
Seit heute Abend weiß ich, dass das nicht immer der Fall sein muss und dass es tatsächlich auch ziemlich “alltägliche” Gründe für so einen Kleidungsstil geben kann.
Ich hoffe, dass ich mir das merken kann und in Zukunft etwas gnädiger mit “Modesündern” umgehe, als ich das bisher getan habe.

Sonntag

Ich stöbere momentan ein bisschen in Barths “Einführung in die evangelische Theologie” und bin heute im Kapitel über das Gebet über ein interessantes Zitat gestolpert.
Bevor ich es zitiere sollte ich noch erwähnen, dass Barth in diesem Kapitel das Leben und Arbeiten eines Theologen mit einem Zimmer mit lauter Fenster vergleicht. Durch jedes Fenster kann jemand hineinschauen, aber die Menschen sehen nur was in dem Zimmer passiert, wenn der Theologe sein Oberlicht (Fenster nach oben) offen hat, also im Kontakt mit Gott steht (betet), da der Raum sonst dunkel wäre.

Ein zeitweiliges Stillstehen jenes Kreislaufs muss da ins Werk gesetzt, ein Sabbathtag muss da eingeschaltet und gefeiert werden - nicht um die Werktage abzuschaffen, nicht um sich ihrer Aufgaben zu entziehen, sondern um gerade den Werktagen das ihnen fehlende Oberlicht zu verschaffen.

Sehr schade, dass viele Christen heutzutage aus einer Anti-Gesetzlichkeit heraus (das Einhalten eines Sabbaths klingt für viele so, als würde man es nicht tun, weil man will, sondern weil man MUSS) den Sonntag nicht mehr als Sonntag sehen und sich damit der Chance berauben wieder mehr Licht in ihr Zimmer zu lassen.

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Schön wiederum ist, dass ab diesem Mittwoch wieder viele Leute bei uns eine Woche lang die Chance nutzen werden um im 24/7-Raum ihr Oberlicht wieder einmal ein bisschen mehr zu öffnen.

Radfahrer und Ampeln

Heute ist mir etwas interessantes aufgefallen:

Es gibt viele Radfahrer, die bei einer roten Ampel auf den Gehweg ausweichen, wenn die Ampel rot ist.
Hat man es eilig und würde in Gefahr kommen, wenn man über die rote Ampel brettert, dann könnte ich zumindest einen inneren Gedankenzusammenhang verstehen, aber:
Wenn auch ein Überqueren der roten Ampel absolut sicher wäre (weil z.B. keine anderen Fahrzeuge “kreuzen”), wieso wechselt man dann auf den Gehweg?
Fühlt man sich dadurch weniger schlecht, weil man nicht verbotenerweise die rote Ampel überfahren, sondern nur verbotenerweise auf dem Gehweg gefahren ist?

Ich raff uns Menschen manchmal einfach nicht. :D

Brötchen

Nein, Brötchen kann ich noch nicht essen, aber sie, im übertragenen Sinne, in den Ofen schieben.

Ich habe ja vor einiger Zeit das Buch “Ich hörte auf die Stille” von Henry Nouwen gelesen, in dem er den Alltag seines Klosteraufenthaltes beschreibt.
Unter anderem musste er so gut wie jeden Tag an dem Brötchen-Fließband arbeiten und als Hochschulprofessor kam ihm diese Arbeit ziemlich stupide und ermüdend vor. Irgendwann beschließt er allerdings, dass diese Arbeit auch wichtig ist und schafft es, sie mit mehr Freude zu machen, wobei er sie trotzdem nicht immer toll findet.

Mir geht es mit den Vokabelkarten genau so. Ich komme mir total stupide vor, wenn ich andauernd diese Karten mit den komischen Schriftzeichen (Hebräisch) hin und her drehe und von einem Karteikastenfach in das nächste und im Notfall auch wieder zurück stecke…
Diese Art von Beschäftigung macht nicht nur keinen Spaß, sondern ich habe manchmal das Gefühl, dass es “unter meiner Würde” ist, so etwas zu machen.
Natürlich weiß ich, dass es nötig ist, aber Spaß macht es trotzdem nicht…

So muss ich nun eben, wie Nouwen, täglich meine Brötchen in den Ofen schieben, damit ich mich dann beim Übersetzen freuen kann, weil auch (im Gegensatz zu Griechisch) etwas sinnvolles rauskommt!

Mensch vs. Geldbeutel

Heute rief mich jemand von der Sparkasse an und erklärte mir, dass ich jetzt (mit 22) kein kostenloses Jugend-Girokonto mehr haben darf.
Somit blieb mir nur folgende Entscheidung:
Entweder, ich zahle zukünftig Geld für das Konto, oder ich stelle mein Konto auf ein PC-Konto um.
Die Entscheidung für das PC-Konto hätte zur Folge, dass ich kein Recht mehr auf Bedienung am Schalter habe (außer Beratung).
Ich muss mich also zwischen einem kostenaufwändigen Konto und einem ohne Menschenkontakt entscheiden…

Da ich sowieso fast alles per Online-Banking mache, habe ich mich für die kostenlose Variante ohne Menschen entschieden, aber komisch war es mir bei der Entscheidung schon…

Bibelkritik und Bibeltreue

Heute haben wir in Hermeneutik bei Heinzpeter Hempelmann über die Begriffe Bibelkritik und Bibeltreue gesprochen.
Sehr spannend war dabei für mich, zu entdecken, dass ich zwar oft die Bibelkritiker für die “Bösen” halte, dass ich aber (unbewusst) oft mit ganz ähnlichen Ansätzen an die Bibel herangehe.
Außerdem war es auch sehr schön und erschreckend zugleich, zu entdecken mit welcher “Kritik” ICH an die Bibel herangehe.
Es wird noch lange dauern, bis ich auf diesem Gebiet eine zufriedenstellende Antwort habe, aber noch bin ich ja jung. ;)

in der Not

Manche Investitionen plant man, andere überfahren einen einfach ungefragt…

So blieb diese Woche meine Uhr stehen und da ich mich ohne Uhr immer so ein bisschen nackt fühle, musste also eine Neue her.
Heute kam sie endlich und ich muss schon sagen, dass sie doch schon sehr hübsch aussieht und sich gut am Arm anfühlt.
Endlich kann ich mich wieder an die Öffentlichkeit trauen, ohne andauernd rot zu werden. ;)

Da grün ja das neue schwarz ist, sollte ich vielleicht (zulasten von Quelle) noch erwähnen, wie groß der Karton war, in dem die Uhr kam (der Ordner ist dafür da, dass man einen Größenvergleich hat):

Leopard


Dank des Geldes, das ich von meinen Onkeln und Tanten zum Geburtstag bekommen habe (DANKE!!!), konnte ich mir endlich Mac OS X Leopard zulegen!
Schon nach einem halben Testtag habe ich einige sehr gute Verbesserungen gefunden:

  • Vorschau (zeigt pdf-Dokumente jetzt besser an)
  • Finder (lässt sich endlich in der Ansicht bearbeiten)
  • Dock (man kann Ordner direkt dort öffnen lassen, wodurch ich an gewisse Daten schneller heran komme)
  • mehrere Desktops
  • iCal ist leichter zu bedienen
  • Aussehen (noch viel spaciger und schöner als vorher!)

Weitere positive Aspekte werde ich vermutlich noch feststellen. ;)