Monatsarchiv für August 2008

 
 

Semestereröffnung

Die letzten zwei Tage war es also so weit, das neue Semester wurde mit allerhand Veranstaltungen eingeläutet.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich letztes Jahr Ersti war, aber ich habe das Gefühl, dass die Stimmung irgendwie anders ist, als noch vor einem Jahr. Irgendwie scheint es mir so, als würde sich hier in Tabor etwas bewegen.
Der geistliche Input gestern und der Gottesdienst heute waren sehr inspirierend und bewegend. Die vielen Berichte von Erlebnissen mit Gott im Sommer, die Motivierung fürs neue Semester, das Wiedersehen mit Freunden, die vielen Worte (auch von Dozenten), die deutlich machten, dass Lernen wichtig, aber nicht das Wichtigste ist, usw. hat sehr dazu beigetragen, dass ich mich jetzt richtig auf das neue Semester mit vielen neuen Fächern freue!
Außerdem ist ja eine neue Truppe (die neuen Erstis) eingetroffen und damit auch neue Tabor-Blogger (Raphael, Otti, Sammy und Tobi)! Irgendwie müssen die Verluste aus dem letzten Jahr ja wett gemacht werden. ;)

Breiesser

So wenig man es glauben möchte, der Artikel hat nichts mit meinen momentanen Essensgewohnheiten zu tun. ;)
Heute morgen bin ich beim Lesen des Hebräerbriefes über folgenden Satz gestolpert:

Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise.

Hebräer 5,12

Wenn ich mit diesem Satz im Kopf über mich und meine Mitstudenten nachdenke, dann merke ich, dass es vielen genau so geht, wie da beschrieben ist.
Wie könnten wir auch bereit sein für “feste Speise”?
Ich wurde in meinen Gemeinden nicht wirklich dazu erzogen, so im Glauben vorwärts zu kommen, dass ich auf härtere Kost umstellen konnte. Vielleicht wurde ich das sogar, habe mich nur selbst dabei behindert, ich weiß es nicht.
Für mich steht auf jeden Fall fest, dass dieser Zustand eigentlich nicht erst auf einem Theologischen Seminar geändert werden sollte, sondern schon in der Gemeinde.

Die Frage ist allerdings natürlich, wie man das “hinbekommt”…
Das wird dann wohl meine Herausforderung, wenn ich hier in Tabor fertig bin…

Die Rasur und das Gefühl

Für einen Mann ist es mit der Zeit eine alltägliche Angelegenheit: die Rasur.
Man(n) weiß, wo er mit dem Rasierer (natürlich Nass-) aufpassen muss, damit er sich nicht schneidet und wie er welche Rundung bearbeiten muss, damit sein Gesicht hinterher glatt ist, wie ein Androidenpopo. ;)

Bisher sah das auch für mich so aus, aber ich wusste nicht, wie viel wirklich zu einer erfolgreichen Rasur gehört.
Klar, das Geschick, guter Schaum, ein scharfes Rasiermesser, usw.

Aber, wusstet ihr, dass auch das Gefühl im Gesicht sehr entscheidend zum Ergebnis der Rasur beiträgt?
Durch meine OP ist ein Teil meines Gesichtes taub (richtig, man könnte mit einer Nadel reinstechen und ich würde nichts davon mitbekommen) und genau an diesem Teil ist es unglaublich schwer, zu rasieren. Ich verzweifel jedes mal, wenn ich es auch nur probiere…
Jetzt bin ich sogar schon so weit, dass ich überlege den Gesichts-Haar-Wuchs einfach gedeihen zu lassen, bis das Gefühl wieder da ist. Das Problem an diesem Vorhaben ist nur, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann, oder das Gefühl vielleicht sogar nie wieder zurück kommt…

Naja, jetzt pack ich erstmal meinen Trockenrasierer aus, schäme mich ganz doll dafür und versuche mein Gesicht zu enthaaren…

DVDs

Knapp ein Jahr ist es her, seit ich meine DVD-Sammlung aufgelöst habe.
Es mag vielleicht seltsam klingen, aber ich hätte mir ein Leben ohne DVDs nicht vorstellen können; nun weiß ich es besser.
Trotzdem stelle ich fest, wie mir immer wieder die Finger jucken und ich die Sammlung gerne wieder anfangen würde. Der Sache stehe ich allerdings selbst im Wege, da ich mir keine neuen DVDs kaufen möchte um ihnen nicht wieder so einen hohen Stellenwert in meinem Leben zu geben.
Sollte ich aber tatsächlich die Frau meines Herzens heiraten (was ich momentan schwer vorhabe), dann werde ich auch wieder im Besitz von DVDs sein (sie hat ja welche) und da sehe ich meine Argumentationslinie bröckeln.
Heute fiel mir ein, dass ich das auch geschickt lösen kann, DVDs besitzen zu “dürfen”, ohne in einen Kaufrausch zu verfallen.
Ich habe mir, eigentlich mehr aus Spaß, einen zweiten Wunschzettel bei Amazon erstellt, in den ich alle Filme (und es waren eine ganze Menge) gepackt habe, von denen es sich lohnt, sie zu kaufen.
Der Gedanke dahinter ist, dass ich mir wieder DVDs schenken lasse, aber sie nicht selbst kaufen möchte. Das heißt für mich, dass es nicht schlimm ist, wenn ich keine DVDs habe, ich mich aber an jedem dieser Geschenke freuen kann, da sie echt gut sind.
Wenn ihr also bei der abendlichen Filmauswahl Inspiration sucht oder mich beschenken wollt, dann könnt ihr einfach bei meinem Filme-Wunschzettel bei Amazon vorbei schauen.

Agentenkrams

Schon komisch, wie sehr ich doch ein kleiner Junge bleibe.
Da lese ich einen erstklassigen Roman in dem es um Geheimeinsätze, Agenten und so etwas geht und schon möchte ich glatt dabei sein.
Setze ich mich dann auch noch direkt nach der Lektüre an mein MacBook, so komme ich mir sofort wie ein Hacker oder so etwas vor. (das Problem/Glück ist, dass ich dazu zu wenig Ahnung und kriminelle Energie habe)

Irgendwie albern, ich weiß, aber für den einen oder anderen vielleicht verständlich. ;)

Bücher im Krankenhaus

Für mich gehört das Lesen zu einem Krankenhausbesuch dazu, wie das Salz in den Nudelkochtopf.
So habe ich auch dieses Mal so einiges gelesen (nicht wundern, es ist für die Zeit des Aufenthalts wenig, aber ich hatte, glücklicherweise, sehr viel Besuch):

  • die Bibel: klingt vielleicht komisch, aber so viel in den letzten Tagen habe ich schon lange nicht mehr in der Bibel gelesen
  • Die Jungen Wilden (David Schäfer): ein sehr interessantes Buch über junge Gemeinden in Deutschland, die etwas unkonventioneller arbeiten, als das die “Standart”-Gemeinden tun.
  • New Monasticism (Jonathan Wilson-Hartgrove): das Buch habe ich auf Empfehlung eines Bloggers gekauft, ich weiß nur leider nicht mehr wer es war… Auf jeden Fall beschreibt Wilson-Hartgrove sehr schön, was “New Monasticism” überhaupt ist und woher es kommt. Ein anderer Vertreter dieser “Bewegung” hat auch ein sehr geiles Buch geschrieben: Ich muss verrückt sein, so zu leben (Shane Claiborne)
  • Gnadenlos (Tom Clancy): habe mich entschieden in meiner Freizeit die sagenhafte “Jack Ryan”-Serie von Clancy noch einmal zu lesen (dieses Mal in chronologischer Reihenfolge).

Nachtrag: Coppy hat recht, “New Monasticism” habe ich bei Peter Aschoff gesehen.

Wieder da!

Zwar ist mein Gesicht noch ein bisschen geschwollen, aber ich habe es doch relativ gut überstanden.

Danke für alle Gebete und alles besuchen! Der Arzt war sehr verblüfft über die schnelle Genesung! :)

Team-Geist!?

Ich habe gerade eben White Squall zu Ende geschaut.
Der Film handelt von Menschen, die gemeinsam ein Jahr auf einem Segelschulschiff verbringen, bis es sinkt und es hinterher zu einer Gerichtsverhandlung wegen der Suche nach dem Schuldigen kommt.
Auf dem Schiff waren (bis auf Kapitän, Koch, Deutschlehrer und Ärztin) nur Jugendliche, die am Anfang alle ihr Ding machen, aber mit der Zeit feststellen dass sie als Team stärker sind. Genau dieses Team brauchen sie dann auch, als es zum Sturm auf See und im Gerichtssaal kommt.

Irgendwie ist dieser Teamgeist genau das, was ich unter uns Christen häufig vermisse.
Wir können nett zu einander sein, für einander beten, uns um andere Menschen kümmern, aber doch bleiben wir so oft in der Meckerhaltung stehen. Wir ziehen über andere her, was die alles tun, was unserer Meinung nach nicht “christlich” ist. Wir versuchen uns gegenseitig auszuschalten, wenn es um Macht geht. Viel zu oft verhalten wir uns genau so wie die Menschen um uns herum und hängen uns an Fragen der Sexualität oder des Geldes auf, damit wir nicht darüber nachdenken müssen, wie es ansonsten um uns bestellt ist.

Vielleicht bräuchten wir auch so ein Trainingslager wie die Albatros (das Schiff des Filmes) um zu merken, dass wir uns gegenseitig brauchen.
Gemeinsam wären wir viel stärker und wenn wir es schaffen könnten auch mit Menschen zu arbeiten, die Fehler haben (wir sind ja eigentlich auch nicht besser), könnten wir deutlich mehr bewegen und einige Menschenleben in den Stürmen der Welt retten.