Markus 10,29-30

Jesus erwiderte: “Ich versichere euch: Jeder, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Besitz um meinetwillen und um der guten Botschaft willen aufgegeben hat, wird jetzt, in dieser Zeit, alles hundertfach zurückerhalten: Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Besitz - wenn auch mitten unter Verfolgungen. Und in der künftigen Welt wird er das ewige Leben haben.”

(Neues Leben Bibelübersetzung)

Momentan schreibe ich an meiner Predigt zu der Geschichte vom reichen Jüngling. Dabei sind mir diese Verse total ins Auge gesprungen (oder wie auch immer das der Eine oder Andere ausdrücken würde).
Wenn wir alles mögliche aufgeben, dann bekommen wir so gut wie alles hundertfach zurück. Ich habe das noch nie so ganz verstanden.
Klar, Besitz und Häuser kann ich durch einen Gewinn in einem Preisausschreiben wieder bekommen, aber den Rest?
Da wir im Hauskreis erst letztens über die Christen als Familie gesprochen haben kann man sich auch den Rest denken, weil man ja Schwestern, Brüder, usw durch die Familie Gottes wieder bekommt.
Als ich heute diesen Vers gelesen habe (und das eigentlich nicht zum ersten Mal, ich versuche ja die Predigt schon eine Weile länger vorzubereiten), ist mir etwas aufgegangen, was Jesus vielleicht viel eher damit gemeint haben könnte.
Was wäre, wenn es Jesus hier nicht um Lottogewinne oder ähnliches gegangen ist?
Was wäre, wenn Jesus hier gemeint hat, dass die Christen alles teilen sollen? (es besteht ja keine Gefahr, da die Ehefrauen und Ehemänner nicht angesprochen werden :P )
Sollten wir als Christen vielleicht tatsächlich alles miteinander teilen? Häuser, Fernseher, Essen, Computer, Gitarre, …???
Sollten wir als Christen vielleicht den anderen Christen eine Familie sein (Mütter, Kinder, Geschwister) und nicht nur gute Freunde?

Das alles ist momentan sehr unsortiert und ich muss jetzt leider auch an meiner Predigt weiterarbeiten, aber ich musste diese Gedanken mal “zu Papier” bringen und vielleicht bietet sich hier Gelegenheit zur Diskussion…


 
 
 

4 Kommentare zu “Markus 10,29-30”

  1. Andreas
    1. August 2007 um 19:54

    Ich verstehe den Text nicht so, dass es hier im Wesentlichen um das Teilen o.Ä. geht.
    Zentral ist m.E. die Frage: “Was bist du bereit für Jesus aufzugeben (Sicherheit,Status steht für Haus,Besitz;
    Komfort,Absicherung steht für Familie)?”
    Die Zuhörer sollen wissen, dass die Beziehung zu Jesus vor allem anderen steht. Es ist wichtig sich von dem Irdischen trennen zu können und nicht daran festzukleben. Davon handelt ja, soweit ich das überflogen habe, der gesamte Absatz.
    Wenn man danach lebt, dann hat das positive Auswirkungen in der Ewigkeit. (Auch im Blick auf den bekannten Vers 31)
    Das ist vielleicht auch die Antwort von Jesus auf die typisch menschliche Frage: “Was hab ich davon?”, die wir (unterbewusst) ja auch beim Glauben stellen.

    Anmerkung: Jesu Lehre steht hier der der Rabbiner gegenüber, die den Reichen einen deutlichen Vorteil bei der Errettung gaben.

  2. Hufi
    2. August 2007 um 09:47

    Ich werde auch am Sonntag predigen, u.a. über den Reichen Jüngling. Hab dazu und zu “Armut und Reichtum bei Lk” auch schon mal Exegesen geschrieben. Brauchst du die?

  3. Hufi
    2. August 2007 um 09:48

    PS: Wenn ja, schreib mir ne Mail…

  4. Tobi
    2. August 2007 um 11:03

    @Andi: Wenn es Jesus darum geht, die anderen darauf hinzuweisen, dass sie alles hinter sich lassen sollen und ihn über alles stellen sollen, warum macht er dann diese Versprechung, dass sie alles vielfach zurück erhalten werden? Es würde doch reichen, auf die Ewigkeit zu verweisen, was ja eigentlich Lohn genug wäre… (ich glaube auch nicht, dass es Jesus zentral um das Teilen geht, aber vielleicht setzt er es einfach voraus?!)

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