Omas Tagebuch

Ich habe vor zwei Stunden mit meiner Oma telefoniert und ihr erzählt, dass ich Prediger werde (für manche Informationen braucht man etwas länger…).
Sie war darauf hin total überwältigt und hat mich gerade eben noch einmal angerufen, nachdem sie ihre Tagebücher durchsucht hatte nach einem Eintrag, den sie an meiner Taufe geschrieben hat (19. Oktober 1986).
Darin schreibt sie, dass sie den Eindruck hatte, dass der Pfarrer sagen würde “Dieses Kind wird einmal Prediger werden.”. Er muss wohl beim segnen davon geredet haben, dass ich ein Segen für meine Familie und mein Umfeld werden soll und auch in der Fremde (Frage nur, ob Hessen da zählt :P ). Weiter schrieb sie, dass der Vers über den die Predigt ging (oder mein Taufspruch, keine Ahnung) aus Psalm 32,8 war: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, / den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.
(Der selbe Spruch veranlasste meinen Vater drei/vier Jahre später, auf das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission zu gehen…)
Außerdem schrieb sie noch, dass sie das Gefühl hatte, dass bei diesem Gottesdienst mindestens 200 Engel anwesend waren (so von der Atmosphäre in dem Raum).
Das Ganze ist schon irgendwie krass. Da schreibt meine Oma vor 20 Jahren in ihr Tagebuch, dass sie das Gefühl hatte, dass ich mal Prediger werde, usw und heute bin ich auf dem besten Weg dazu, genau diesen Weg einzuschlagen (obwohl ich das gar nicht wollte).
Für mich war es… hm… überwältigend (scheiß Wort, aber aufgrund der Tatsache, dass ich gerade am 24-schauen bin, ist es das einzige Wort, das mir gerade einfällt), davon zu erfahren.
Die Sache mit den Wegen, die Gott für einen bereit hält, oder mit den Plänen, die Gott für unser Leben hat, usw., wird für mich wieder ein Stück komplizierter…


 
 
 

4 Kommentare zu “Omas Tagebuch”

  1. Holger
    5. Juni 2007 um 23:37

    Und so fügt sich ein Puzzleteil zum anderen. Sehr geil. =)

    Achja… Es zeugt von falscher Demut, “Prediger” zweimal klein zu schreiben.

    Holger. Aufm Orthographietrip.

  2. Hendrik
    5. Juni 2007 um 23:41

    Und auf zum fleißigen Bibelpauken damit das auch was wird mit dem Prediger ;)

  3. Nils
    6. Juni 2007 um 16:29

    Deine Oma könnte ja scheinbar als Wahrsagerin reich werden ;). Schon n’ Krasse Gesichte.

  4. Sammy
    6. Juni 2007 um 19:50

    Hehe, meine Eltern waren auch so ähnlich drauf, die haben schon seit ich klein war dafür gebetet, dass ich Prediger werd…meine Mama fand dabei den Namen Samuel sehr inspirierend :-D
    Mal sehn was aus der Bewerbung wird, ist grad in der Bearbeitung

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