ICQ vs. RL

Tjo, heute hab ichs mal wieder gemerkt. Man ist einfach irgendwie ein anderer Mensch im normalen Leben (RL=real life), als im Chat (ICQ).
Hab mich mit meiner besten Freundin getroffen, mit der ich normalerweise über ICQ kommuniziere. Selbst bei ihr, die mich ja so gut kennt und die ich ja auch so gut kenne, fällt es mir schwer, so zu sein, wie ich glaube, eigentlich zu sein.
Irgendwie ist man so im Alltag total gehemmt.
Dass ich auf dem Pausenhof anders bin, als online, das war mir schon lange klar. Aber, dass ich bei einem tollen Waldspaziergang auch total anders bin, das hätte ich nicht in dieser Form vermutet.
Außerdem hat es mir total leid getan und mich auch frustriert, weil ich irgendwie nicht so sein konnte, wie ich wollte.
Immer wieder wollte ich so der Kasper sein mit den tollen Wortwitzen. Immer wieder wird etwas dazugedichtet, um die Geschichte schöner zu formulieren. Ich habe zwar anscheinend über mein Innerstes geredet, aber den Kern dabei ausgelassen, weil ich mich nicht richtig getraut habe.
Wo liegt das Problem?
Warum kann ich zu so einer genialen Freundin nicht einfach total offen und ehrlich sein? Warum muss ich maskiert durch die Gegend laufen, wenn sie mich doch auch demaskiert kennt?
Ich weiß nicht, aber irgendwann verzweifel ich noch daran…

Tut mir leid!!! (Sie weiß schon, wer gemeint ist)


 
 
 

11 Kommentare zu “ICQ vs. RL”

  1. ordi
    28. April 2006 um 11:34

    hmm.. kenne das gut.. sehr gut sogar! ich denke einfach, dass uns dieser schutz “glasscheibe” (oder TFT feld *g*) fehlt.. warum auch immer, er hilft uns EHRLICHER zu sein.. man sieht die konsequenzen seiner worte und seines handelns nicht sofort, und ist eher gewillt direkt zu sein..

    ich war neulich mit meiner schwester unterwegs und dann auch bei ihr zu hause.. ich konnte keine coolen und lockeren sprüche mehr bringen, weil ich einfach nur ständig schwachsinn vor mich hingefaselt habe und mir selbst “nervig” vor kam, obwohl ich das vor IHR absolut nicht sein muss!

    es ist echt seltsam.. das reallife sollte abgeschafft werden ;)

  2. Joke
    28. April 2006 um 17:38

    Jaja, manchmal oder OFT wünschte ich mir, dass ich auch so gelassen reden könnte wie ich chatte. Leider Fehlanzeige! Mit guten Freunden kann ich mich zwar gut unterhalten -was mich auch freut- aber fänd ichs doch auch schön mal mit Noch-nicht-Freunden so zu reden!!!!

    Und wie heißts so schön bei german-bash.org (oder so ähnlich):
    “Haste schon gehört?! Es soll noch ein Leben außerhalb des Webs existiren!”-”Was echt? Link???” ;-)

  3. Anonymous
    28. April 2006 um 20:06

    Als erstes habe ich mir die Frage gestellt wo man überhaupt die Maske trägt. Ist es nicht viel mehr so, dass man sich im Internet sehr leicht eine völlig andere Identität zulegen kann? Man kann fröhlicher oder ernster sein als man es sonst ist. Das Äußere spielt keine Rolle und auch sonst nichts von deinem Leben. Du kannst so viel und auch nur das Preis geben was du möchtest. Kurz: du hast die Kontroll über das Geschehen. Zudem kannst du beim chatten auch einige Sekunden über deine Antwort nachdenken, während du in einem “wirklichen” Gespräch viel spontaner bist/ sein musst.

    Außerdem wird das Gespräch online leicht zur Nebensache. Man redet mit 5 Leuten gleichzeitig, recherchiert online, schaut nen Film, isst, lernt, telefoniert etc. Wie viel Gewicht gibt man dem einzelnen Gespräch dabei überhaupt? Hat es der andere nicht verdient die volle Aufmerksamkeit zu haben? (Das hängt natürlich auch von den Gesprächsthemen ab) Kann man also eine wirkliche Freundschaft aufbauen? Natürlich lernt man sich kennen und man kann seine Freuden, Sorgen und Probleme miteinander teilen. Aber kennt man den anderen wirklich? Kann man sich sein Leben wirklich vorstellen.

    Das wichtigeste an Gesprächen ist für mich persönliche eigentlich, dass ich einem Menschen dabei in die Augen gucken kann und seine Anwesenheit spüre. Das Lachen in den Augen, oder die besorgten Falten bemerken und darauf eingehen zu können. Denn wir kommunizieren doch mit viel mehr als nur mit Sprache. Der ganze Körper + Ausstrahlung sind wichtige um den anderen zu verstehen. Man kann auch wunderbar ohne Worte miteinander reden!

    Dass du das Gefühl hast nicht du selbst sein zu können, liegt vielleicht auch daran, dass du denkst ein ganz anderer zu sein als du wirklich bist. Vielleicht bist du gar kein großer Geschichtenerzähler, oder ein Clown. Nur weil du das im I-net anwenden kannst h.d. ja nicht, dass du das wirklich bist. Ich denke je mehr man versucht der zu sein der man seiner Meinung nach ist desto weniger kann man das sein.
    Wenn du das Gefühl hast dich zu verbiegen um du selbst zu sein, dann glaube ich auch dass du nicht du bist. Aber wenn du einfach nur du bist, wie kannst du dann nicht du sein? Wenn man sich verbiegt um man selbst zu sein, dann kann da etwas nicht stimmen.

    Ich glaube, dass es wichtig ist nicht immer darüber nachzudenken wie man auf die anderen wirkt, sondern einfach das zu sagen oder zu tun was man möchte ( natürlich nur so lang man es auch vertreten kann und niemanden damit verletzt ). Man kann ja auch gar nicht immer in allen Punkten einer Meinung sein, auch nicht mit Freunden. Und Macken sind doch erst das, was uns Menschen interessant macht.

    Ansonsten gilt in Freundschaften und bei Gefühlen das Gleiche wie sonst auch: man muss wohl einfach ins kalte Wasser springen. Es ist eben nicht vorhersehbar was passiert.

    Zum Glück bist du ja noch jung und hast noch ein wenig Zeit das demaskieren zu üben.
    Alles Gute dafür!!

    P.S. Ich glaube übrigens, dass man ohne eine Maske hier und da nicht durchs Leben kommt. Denn “Masken” sind nicht immer etwas schlimmes!

  4. tobi
    28. April 2006 um 23:15

    Ich weiß durchaus, dass man sich verschiedene Idenditäten im Internet zulegen kann, aber ich habe hier davon geredet, dass es mir bei Leuten, die ich persönlich kenne, die ich in der Schule, im Jugendkreis, oder sonstwo sehe, so geht. Dadurch fällt dieser Punkt eigentlich weg, weil sie wissen, wie ich aussehe und sie kennen mich durchaus auch in meinem normalen Leben.

    Über die vielen Gespräche parallel habe ich auch schon nachgedacht und das deswegen eingedämmt. Wenn ich es schaffe, habe ich höchstens zwei Chatfenster offen, weil ich mich auch voll auf den anderen konzentrieren möchte, außer man schreibt nur, dass etwas geschrieben wurde…

    Es ging mir eigentlich auch nicht darum, ob ich mich verbiegen muss. Es ist nämlich so, dass ich merke, dass ich mich verbiege, damit irgendwie mein “innerstes” nicht rauskommt. Ich denke, das ist das, was du mit dem “kalten Wasser” meintest. Ich traue mich nicht, da reinzuspringen, denn, wenn ich das könnte, dann könnte ich so sein, wie ich online bin und muss nicht zwanghaft witzig sein, oder coole Sprüche bringen.

    Ich bin tatsächlich noch jung und bin auch sehr froh darüber, dass ich so früh darüber nachdenke, weil ich erwachsene kenne, die darauf kommen, wo sie Masken tragen und für sie ist es anscheinend noch schwerer, als für uns “Kids” ;)

    Schade, dass du anonym geschrieben hast, aber DANKE!

  5. anonym2 *g*
    29. April 2006 um 12:50

    hi, kenn dich nicht, bin zufällig über nen anderen blog auf deinen gestoßen.
    wollte dir nen praktischen Tip geben, denn über die Theorie denke ich ziemlich ähnlich wie anonym *g*. Hatte das Problem auch mal mit einem echt guten Freund. Er wohnt nicht in Marburg und daher ham wir jeden Tag bei icq geredet… als wir uns dann gesehen haben, in reallife *g*, wars sehr komisch… im Internet kann man seine Gefühle verstecken, kann nen Witz drüber machen, wenn man “aus Versehen” für einen kurzen Moment seine Schutzhülle verlassen hat und etwas von seinem wirklich Inneren preis gegeben hat.
    was wirklich hilft ist telefonieren!! :) da sieht man sich zwar nicht, aber man hört sich. das ist so ne Zwischenstufe zwischen sich wirklich sehen und nur chatten… man hört die Stimme des anderen, da fällt es, mir zumindest, leichter, so zu sein, wie ich bin, weil ich immerhin noch in meinen eigenen vier Wänden sitze.. der andere aber nicht… aber immerhin bekommt der andere, die andere, wie auch immer, jedes Lachen, jedes Niesen, jeden Versprecher, wie auch immer, mit!
    Blessings

  6. Heiko
    29. April 2006 um 17:51

    hallo tobi,
    ich denke mal, dass der grund für das vorsichtige verhalten oft der ist, dass man nicht möchte, dass das eigene herz verletzt wird. diese tatsache an sich ist sicher nicht schlecht. wichtig ist sicherlich, ein gutes verhältnis zwischen zurückhaltung und offenheit zu haben, und das ist sicher nicht immer leicht.
    [was mich persönlich mal interessieren würde: wenn man mit jemandem unter vier augen über etwas persönliches spricht und hat z.b. unsinn erzählt, dann ist es doch viel leichter, dinge klarzustellen, weil die ganze situation doch ziemlich unter kontrolle war. wenn man aber über persönliche dinge im
    öffentlichen internet schreibt, hat man doch gar keine kontrolle mehr, wer die persönlichen dinge alle mitbekommt. da müsste es einem doch eigendlich viel schwerer fallen, sich über irgend etwas zu outen, oder spielt da die tatsache, nicht gesehen zu werden doch eine so grosse rolle?]

  7. tobi
    29. April 2006 um 22:40

    Also, der Telefonking bin ich nicht so, von dem her ;)

    @heiko: Falls du damit meinen Artikel hier meinst. Ich weiß nicht, warum ich ihn geschrieben habe.
    Vielleicht, um Antworten zu bekommen.
    Vielleicht, um mich auf eine gewisse Art und Weise für mein Verhalten zu entschuldigen.
    Vielleicht auch, um herauszufinden, ob es anderen auch so geht…

    Beantworten kann ich diese Frage nicht. Es war nicht so einfach, aber es fällt doch deutlich leichter, hier etwas zu schreiben, als einem anderen etwas direkt ins Gesicht zu sagen, warum auch immer :D Ich kenne ja viele von euch persönlich und sehe euch teilweise täglich…

  8. Annerle
    30. April 2006 um 18:46

    Ich kenne das Problem… binn auch in solchen situationen dann oft sehr gehemt. Is Kömisch.

  9. Anonymous
    30. April 2006 um 22:51

    die sache ist doch die, tobi. du bist verliebt. da ist man eben so.

  10. Anonymous
    1. Mai 2006 um 11:49

    Was natürlich ein völlig neues Licht auf die Angelegenheit werfen würde…

  11. DirionII
    8. Mai 2006 um 21:11

    Ach ja… als ich noch jung war. *mal n’ sinnloses Kommentar reinwerf* *ggg*

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