Gottes Wege…
…sind unergründlich!
Das hört man so oft von Leuten, die einen beruhigen wollen oder einem klar machen wollen, dass diese Situation jetzt nunmal so sein muss und dass eh keiner weiß, wie Gott einen zu seinem Ziel führt.
Dem Satz stimme ich zwar vom Inhalt zu, allerdings nicht seiner Verwendung.
In letzter Zeit kam mir dieser Satz auch hin und wieder in den Sinn (allerdings in seiner falschen Anwendung).
Ich habe immer wieder Gott darum gebeten, mich zu führen, mir den Weg zu zeigen, von dem er will, dass ich ihn gehe und es hat einfach nichts funktioniert. Das, was ich angegangen bin, in der festen Überzeugung, es sei Gottes Weg, ging schief.
In den letzten zwei Wochen habe ich eine Sache kapiert:
Ich bitte Gott darum, mich den Weg zu führen, vom dem ich will, dass Gott ihn mit mir vorhat.
Irgendwie lächerlich, oder? Ich verlange von Gott, dass er einen Weg segnet, den er vielleicht gar nicht befürwortet.
Um das zu merken musste ich allerdings erst einmal kräftig auf die Schnauze fliegen. Und jetzt, da ich da vor meinem zusammengefallenen Kartenhaus auf dem Gesicht liege, realisiere ich, was ich die ganzen letzten Jahre falsch gemacht habe.
Es macht keinen Sinn, Gott zu bitten, dass er einen führt, wenn man nicht bereit ist, den Weg, der auf einen zukommen könnte, auch zu gehen.
Ich denke, ich brauche noch eine Weile, bis ich das wirklich verinnerlicht habe und auch bereit bin, wirklich jedweden Weg zu gehen, den Gott von mir verlangt, aber ich habe es mir vorgenommen!
“Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer!” Das läuft gerade im Radio, passt ja perfekt.
Ich finde es schön, dass ich wissen kann, dass mich Gott liebevoll begleitet und auch so viel Geduld für mich übrig hat, dass ich noch alles lernen kann, ohne, dass er gleich ausrastet!
Gottes Wege sind also tatsächlich unergründlich, aber das heißt nicht, dass alles, was schief geht, auch Gottes Weg war!



