Indische Legende
Als Gott den Mann erschaffen hatte, stellte er fest, dass er alles verfügbare Material verbraucht hatte. Es gab nichts Festes, Greifbares mehr, woraus er die Frau bilden konnte.
Gott dachte lange Zeit nach. Dann nahm er die Rundheit des Mondes, die Biegsamkeit einer Weinranke, das Zittern des Grases, die Zartheit des Schilfs und das Blühen der Blumen, die Leichtigkeit der Blätter und die Heiterkeit der Sonnenstrahlen, die Tränen der Wolken und die Flüchtigkeit des Windes, die Furchtsamkeit eines Hasen und die Eitelkeit eines Pfaues, die Weichheit einer Vogelbrust und die Härte eines Diamanten, die Süße des Honigs und die Grausamkeit eines Tigers, das Brennen des Feuers und die Kälte tiefen Schnees, die Geschwätzigkeit einer Elster und das Singen einer Nachtigall, die Falschheit einer Schlange und die Verlässlichkeit einer Löwin.
Gott mischte alle diese Elemente und schuf daraus die Frau und gab sie dem Mann.
Nach einer Woche kam der Mann wieder und sagte:
„Herr, das Wesen, das du mir gegeben hast, macht mir keine Freude. Sie redet ununterbrochen und quält mich so sehr, dass ich gar keine Ruhe mehr habe. Sie besteht darauf dass ich mich ihr ständig widme, und so gehen meine Stunden dahin. Sie regt sich über jede Kleinigkeit auf und führt ein müßiges Leben. Ich will sie dir zurückgeben, denn ich kann nicht mit ihr leben.“
Gott war einverstanden und nahm sie zurück.
Nach einer Woche kam der Mann wieder zu Gott und sagte: „Herr, mein Leben ist leer, seit ich dir die Frau wieder zurückgegeben –wie sie tanzte und sang, wie sie mich aus den Augenwinkeln ansah, wie sie mit mir redete und sich an mich schmiegte. Sie sah so schön aus, und es war so gut sie zu berühren. Ich hörte sie so gerne singen und lachen. Bitte gib sie mir doch zurück.“
Gott war einverstanden und gab sie ihm wieder.
Aber drei Tage später kam der Mann wieder und sagte: „Herr, ich verstehe einfach nicht – ich kann es nicht erklären, aber nach all meinen Erfahrungen mit der Frau bin ich doch zu dem Ergebnis gekommen, dass sie mir mehr Ungelegenheiten als Freuden macht. Ich bitte Dich daher, nimm sie wieder zurück! Ich kann nicht mit ihr leben!“
Gott antwortete: „Du kannst aber auch nicht ohne sie leben!“
Ich denke zwar, dass die Schöpfung anders verlaufen ist, aber trotzdem finde ich die Legende schön und ich finde, sie hat etwas Wahres.
Danke an Chris, der sie mir per Mail geschickt hat!




28. Februar 2006 um 22:10
Tja ihr könnt halt nich ohne uns *gg* nee ma ehrlich…ich find die legende auch cool, vor allem hat sie einfach viel wahres!!