Baustelle
Ich habe heute auf der Baustelle, in meiner Gemeinde gearbeitet. Da es ziemlich kalt war, haben wir nach jeder Steckdose, die wir reingeklebt haben, eine kleine Aufwärmpause gemacht. Bei einer dieser Pausen lief ich mit den Händen in der Hosentasche durch die Gegend und erhoffte mir davon, dass ich wieder ein bisschen wärmer werde, wenn ich mich bewege. Und wie ich da so gedankenverloren durch die Gegend stapfe (ok, Schnee lag hier nicht, weil ein Dach drüber war, aber stapfen klingt trotzdem besser), bekomme ich plötzlich eine philosphische Phase.
Eigentlich ist ja unser ganzes Leben eine Baustelle. Andauernd bekommen wir neue Materialien und verbauen sie in unserer Werkstatt. Man lernt nie aus, also das Lebenshaus ist nie fertig. Außerdem kommen immer neue Personen hinzu, so dass man einige Zimmer neu einrichten muss. An einem gewissen Zeitpunkt muss man sogar die Hälfte des Hauses freiräumen und einer anderen Person zur Verfügung stellen.
Was mir allerdings auch bewusst geworden ist, ist, dass ich ein sehr schlechter Architekt und Bauherr bin.
Schön, dass ich Gott habe, der die Baustelle beaufsichtigt, so wie Gerhard in Niederasphe. Da klappt dann auch schon viel mehr, als klappen würde, wenn ich auch nur versuchen würde, alleine die ganzen Löcher in die Wände zu hauen, wie wir es heute gemacht haben.



